Zwischen Terminen
Mein Kalender ist ordentlich. Farbcodiert, durchgeplant, strukturiert. Ich weiß, wann ich wo sein muss. Was wann gesprochen wird. Wer zuhört, wer nicht. Und trotzdem verliere ich manchmal den Faden. Nicht den organisatorischen, sondern den inneren.
Es gibt Termine, bei denen klar ist, dass eigentlich niemand so recht da ist. Wo jede Form von Beteiligung eine Geste bleibt. Ich merke dann: Wir reden über Arbeit, aber wir tun sie nicht. Wir zeigen Präsenz, aber kaum Wirkung. Und das zieht etwas aus mir, das sich schwer fassen lässt. Nicht Ärger. Eher eine feine Art von Leere.
Gleichzeitig fällt es mir schwer mich zu fokussieren. Es sind so viele Themen da, in Mails, Kalendern, gefühlt 7 unterschiedlichen Collab-Tools, und alle wollen gleichzeitig wichtig sein. Und weil man ständig aufs Nächste schaut, wird nichts wirklich tief. Alles bleibt an der Oberfläche, auch die Gedanken.
Dabei weiß ich, wie sich echte Arbeit anfühlt. Für mich. Das sind Kundentermine, bei denen klar ist: Das hier kostet Geld. Aufmerksamkeit. Zeit. Und dort, wo es eine Klarheit im Außen gibt, entsteht oft auch eine innere. Weil der Fokus da ist. Weil etwas zählt.
Ich merke aber auch: Leerlauf fehlt mir. Nicht weil ich faul wäre, sondern weil ich ihn mir zu selten erlaube. Weil ich oft vergesse, dass Gedanken auch Platz brauchen. Nicht zur Ablenkung, sondern zum Sortieren. Und dass das, was wir vielleicht für "unproduktiv" halten, manchmal der Anfang von etwas Echtem ist.
Vielleicht ist Reduktion kein Verzicht. Vielleicht ist sie eine Einladung. Weniger Termine. Weniger Reibung. Und irgendwann wieder ein klarer Gedanke.