Spiegel Klarheit und Worte Es gibt Dinge, die man nicht höflich sagen kann. Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch, Dummheit; sie lassen sich nicht immer mit feinen Worten beschreiben. Manchmal bleibt nur die grobe Sprache. Robert De Niro hat Donald Trump beschimpft. Plump, direkt, ungeschönt. Man kann ihn dafür kritisieren. Und doch: Er hat recht. Wer ist Robert
Innen Familienspuren Ich habe Akten bestellt. Mit Behörden Kontakt aufgenommen. Gelernt, dass es viele MitarbeiterInnen unterschiedlicher österreichischer Einrichtungen gibt, die Menschen helfen ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten. Geburtsdaten, Sterbedaten, Fragmente, die ich zusammensetze, so gut es geht. Das Österreichische Staatsarchiv, das Justizministerium, die Stadtverwaltung. Behörden, die nüchtern wirken sollen; und es vielleicht auch sind.
Innen Nicht-Wissen Es gibt Momente, in denen die Welt plötzlich größer wird. Für mich waren es zB Museen. Im Naturhistorischen, wenn ich sah, dass es Millionen unterschiedlicher Lebewesen gibt. Im Kunsthistorischen, wenn ich gemerkt hab, dass es ebenso Millionen unterschiedliche Blicke und Ableitungen auf die Welt gibt. Da wurde mir bewusst, dass
Außen Die zwei schönsten Parks von Wien Vielleicht ist es banal, die zwei schönsten Parks Wiens zu nennen, und doch: für mich sind es der Währinger Park und der Türkenschanzpark. Nicht, weil sie objektiv die schönsten wären. Sondern weil ich mittlerweile hier lebe, und weil sie zu meinem Alltag gehören. Ich habe in diesem Sommer vieles wiederentdeckt.
Außen Stets auf der Hut Sicherheit wirkt selbstverständlich. Als sei sie einfach da, wenn Türen schließen, wenn Räume vertraut werden, wenn Routinen greifen. Doch für manche ist sie nie selbstverständlich gewesen. Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und blicken zuerst nach den Ausgängen. Nicht aus Neugier, sondern aus Gewohnheit. Sie überlegen, was sie sagen
Innen Lieder und Leere Matt Berninger spricht über seine Depressionen, fast beiläufig, und doch mit einer Schwere, die man nicht überhören kann. David Letterman (den man mittlerweile äußerlich mit Dumbledore verwechseln könnte) hört zu, und erzählt wiederum von seinen eigenen Erfahrungen. Zwei Männer, die in einem Raum sitzen, aber nicht spielen, nicht unterhalten, sondern
Innen Empfindlich Manchmal reagiere ich verbal sehr schnell. Zu schnell. Nicht aus Geltungsdrang. Nicht um im Mittelpunkt zu stehen. Sondern weil manche Worte bei mir tiefer schneiden als bei anderen. Es betrifft nur Menschen, die mir sehr nah sind. Fremde prallen okay ab. Nähe jedoch scheint verletzlich zu machen. Für mein Umfeld
Innen Das Schlimmste Kurz vor Weihnachten. Ich in der Küche, höre vom Wohnzimmer vertraute Geräusche, nichts Dringendes. Dann ein Laut. Kein Schrei, kein Rufen; eher ein Bruch in der Luft. Ich gehe, laufe dann. Er sitzt im Hochstuhl. Sein Kopf hängt nach vorne, als hätte ihn etwas von innen ausgeschaltet. Ihre Stimme, schrill,
Innen Digitales ohne Reibung Digitale Systeme werden heute so gebaut, dass alles fließt. Reibung ist Störfaktor. Manuelle Entscheidung gilt als Hürde. Was zählt ist: der User soll bleiben, und sich dabei möglichst wenig fragen müssen. Keine Schwellen, keine Umwege, kein Innehalten. Nur Bewegung. Diese Art von Architektur ist technisch brillant. Sie reduziert, optimiert, automatisiert;
Innen Zwischen Terminen Mein Kalender ist ordentlich. Farbcodiert, durchgeplant, strukturiert. Ich weiß, wann ich wo sein muss. Was wann gesprochen wird. Wer zuhört, wer nicht. Und trotzdem verliere ich manchmal den Faden. Nicht den organisatorischen, sondern den inneren. Es gibt Termine, bei denen klar ist, dass eigentlich niemand so recht da ist. Wo
Außen Konflikte und Fakten Ich glaube es ist ein Irrtum zu denken, man könnte einen Konflikt auflösen, indem man ihn "richtig erklärt". Die Situation sortieren. Die Fakten auf den Tisch legen. Alles klarstellen. Wenn das funktionieren würde, gäbe es kaum noch Streit. Aber es funktioniert nicht. Weil Konflikte selten aus Informationen entstehen.
Spiegel The Truth is out there Ich erinnere mich bruchstückhaft an einzelne Szenen, die ich (verbotenerweise? ich weiß es nicht mehr) als Kind mitbekommen habe, wenn Akte X im Fernseher lief. Eine bestimmte Musik. Ein Gang im Halbdunkel. Stimmen. Irgendetwas an dieser Stimmung hat sich festgesetzt; nicht klar, aber spürbar. Jahre später habe ich die Serie
Innen Ideen sind oft leicht. Zu viele Ideen manchmal schwer. Es ist schön, wenn erstmal alles erlaubt ist. Gerade beim "Brainstorming" (und dabei ist es egal ob das alleine oder in der Gruppe geschieht): kein Filter, keine Begrenzung, einfach raus mit allem. Das macht Spaß, es fühlt sich frei an. Aber die eigentliche Arbeit beginnt danach. Wenn ausgemistet,
Innen "Was machst du gerade?" - "Nichts." Es ist gar nicht so leicht, nichts zu tun. Nicht im Sinne von Faulheit oder Prokrastination, sondern wirklich: nichts tun. Nichts planen, nichts vorbereiten, nicht schon das nächste Schöne ins Visier nehmen, während das jetzige gerade passiert. Ich kenne das gut; etwa im Urlaub. Da sitzt man mit einem kühlen
Innen Ruhe in der leeren Hand Das Handy wegzulegen ist nicht das Schwierige. Viel entscheidender ist der bewusste Umgang mit dem, was einen täglich umgibt. Geräte, die fast ständig bei einem sind erzeugen eine Art Grundrauschen, und mit ihnen die kleinen Ablenkungen, die man irgendwann gar nicht mehr als solche wahrnimmt. Benachrichtigungen zum Beispiel. Viele davon
Innen Was tun, und wann nicht? Manchmal weiß ich gar nicht, was schwerer ist: mich zu überwinden, oder mir selbst zuzugestehen, dass ich nicht immer muss. Ich habe über die Hälfte meines Lebens Fußball gespielt. Diese Zeit war eine der besten meines Lebens. Da war ich drin: im Körper, im Team, im Rhythmus. Und heute? Heute
Innen Was ist, ist. Es gibt Dinge, die ändern sich nicht. Oder zumindest nicht sofort. Und vielleicht auch nicht durch unser Zutun. Das zu akzeptieren, fällt manchmal schwer; vor allem, wenn man es gut meint, wenn man kämpft, sich Mühe gibt, verstehen will. Doch genau darin liegt oft das Missverständnis: dass man Dinge erst
Innen Anspannung Manchmal ist sie einfach da, diese innere Spannung. Ohne dass man genau sagen könnte warum. Sie sitzt im Nacken, drückt im Brustkorb oder legt sich wie ein feines Vibrieren unter die Haut. Und man fragt sich, ob das noch normaler Stress ist, oder schon ein Warnsignal? Es gibt Methoden, um
Innen Weniger Kontakte, mehr Verbindung Menschen, die mir nahestehen, verändern sich. Und ich mich auch. Manchmal hat man das Gefühl, es passiert gleichzeitig, manchmal entgegengesetzt. Wenn man einander liebt, schaut man anders auf diese Veränderung. Oder versucht es zumindest. Was mir auffällt: In Beziehungen - sei es zu Freundinnen, Partnerinnen, Familie - gibt es immer
Innen Weniger Erinnerung, mehr Gegenwart Manches bleibt. Nicht, weil es schön war, sondern weil es sich eingebrannt hat. Ein Satz, der noch tief sitzt. Ein Blick, der nicht vergessen ist. Eine Erfahrung, die mehr genommen als gegeben hat. Wir tragen solche Dinge mit uns herum. Oft viel zu lange. Und manchmal merken wir erst spät,
Innen Grenzen ziehen Ich mag meine Arbeit. Sie fordert mich, sie bringt mich auf Ideen, sie konfrontiert mich mit Branchen, von denen ich früher nicht viel wusste. Jede Woche sieht anders aus. Es gibt kaum Routine, und das ist das Beste daran. Aber genau diese Vielfalt kann auch verschwimmen. Wenn Arbeit so abwechslungsreich
Innen Die Zukunft planen dürfen Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Zeitplanung kein Widerspruch zu einem achtsamen, "echten" Leben ist. Dass es nicht darum geht, den Moment zu verpassen, sondern ihn überhaupt erst proaktiv zu ermöglichen. Planen heißt eigentlich ganz simpel: "in der Zukunft leben zu können". Nicht andauernd,
Innen Zwischen Nähe und Selbst Es gibt Momente, in denen man jemandem etwas erklären möchte - was zwischen zwei Menschen war, ist, nicht mehr ist. Aber die Worte dafür fehlen. Oder sie wirken von außen betrachtet plötzlich so klein. Fast banal. Als würde man das Innenleben eines Hauses durch den Türspalt beschreiben wollen. Ich glaube
Innen Innere Räume Ich habe lange - zu lange - gedacht, dass es reicht, wenn im Außen Ordnung herrscht. Wenn die Küche aufgeräumt ist. Wenn die Wäsche erledigt ist. Wenn die Wohnung nicht überläuft. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass Dinge auch in mir überlaufen können. Nicht immer auf einmal. Eher schleichend. Gedanken,
Innen Zwischen Wunsch und Wirklichkeit „Welche Ziele haben Sie?“ Wer zum ersten Mal in Therapie geht, hört diese Frage gleich zu Beginn. Und dann sitzt man da, etwas ertappt, ein bisschen unvorbereitet. Weil man plötzlich merkt: Man weiß es nicht so genau. Oder man weiß es schon, so zirka, aber es klingt laut ausgesprochen irgendwie