Zwischen Nähe und Selbst

Es gibt Momente, in denen man jemandem etwas erklären möchte - was zwischen zwei Menschen war, ist, nicht mehr ist. Aber die Worte dafür fehlen. Oder sie wirken von außen betrachtet plötzlich so klein. Fast banal. Als würde man das Innenleben eines Hauses durch den Türspalt beschreiben wollen.

Ich glaube nicht mehr daran, dass man ganz verstehen kann, was zwischen zwei Menschen wirklich war – außer man war einer davon. Man kann zuhören. Man kann mitfühlen. Aber wissen? Nein. Es bleibt eine Form von Dazwischen.

Ich denke oft über das Wort Nähe nach. Und über das Wort Alleinsein. Und ich glaube: Wer mit sich selbst nicht gut sein kann, der hat es schwer in einer Beziehung. Nicht weil man perfekt sein müsste. Sondern weil man sonst ständig etwas sucht, das der andere nicht geben kann.

In einer Beziehung teilen wir vieles, manchmal sogar zu viel.Manchmal teilt man den Alltag, aber nicht mehr den Blick. Oder den Tisch, aber nicht mehr die Fragen.

Und manchmal steht da etwas zwischen zwei Menschen. Kein Konflikt. Kein Verrat. Nur: ein Gefühl, das sich verändert hat. Etwas, das nicht mehr ganz passt, aber auch nicht ganz weg ist. Wie ein Möbelstück, das lange gebraucht wurde, aber irgendwann im Weg steht.

Ich finde es darf Dinge zwischen uns geben. Unausgesprochene, Unklare, vielleicht auch Unaufgelöste. Aber sie dürfen nicht die Sicht nehmen.

Und manchmal braucht es einfach Abstand um wieder Nähe zu empfinden. Oder den Mut zu sagen: Ich bin auch allein ganz.

Und das nicht als Rückzug zu meinen, sondern als Voraussetzung.