Was tun, und wann nicht?
Manchmal weiß ich gar nicht, was schwerer ist: mich zu überwinden, oder mir selbst zuzugestehen, dass ich nicht immer muss.
Ich habe über die Hälfte meines Lebens Fußball gespielt. Diese Zeit war eine der besten meines Lebens. Da war ich drin: im Körper, im Team, im Rhythmus. Und heute? Heute ist es manchmal eine echte Herausforderung, meinen Körper überhaupt ernst zu nehmen. Bewegung tut gut, das weiß ich. Aber Dranbleiben fällt schwer. Es klingt komisch, aber ich vergesse ihn manchmal einfach, diesen Körper.
Früher wollte ich alles können. "Alles, aber nix gscheit" - so ein Spruch, der nervt, aber manchmal stimmt. Heute bin ich fokussierter. Und trotzdem: Balance ist kein Dauerzustand, sondern eher so etwas wie ein Pendel, das nie stillsteht. Vor allem, wenn sich das Leben zeitweise wie eine emotionale Achterbahn anfühlt.
Manchmal braucht es Impulse von außen. Menschen, die einem wichtig sind, Kinder zB. Wer Vater oder Mutter ist merkt schnell, dass Selbstfürsorge nicht gleich Egoismus ist. Sie ist Voraussetzung. Diese kleinen Wesen halten einem einen Spiegel vor. Sie wollen, dass du ganz da bist; aber wie soll das gehen, wenn du dich selbst nicht spürst?
Aktivität ist gut. Ruhe auch. Aber das Schwierigste ist wohl: nicht reflexhaft in das Eine oder das Andere zu kippen, sondern einen ehrlichen Umgang mit der eigenen Kraft und den eigenen Schwächen zu finden.