"Was machst du gerade?" - "Nichts."

"Was machst du gerade?" - "Nichts."

Es ist gar nicht so leicht, nichts zu tun. Nicht im Sinne von Faulheit oder Prokrastination, sondern wirklich: nichts tun. Nichts planen, nichts vorbereiten, nicht schon das nächste Schöne ins Visier nehmen, während das jetzige gerade passiert. Ich kenne das gut; etwa im Urlaub. Da sitzt man mit einem kühlen Getränk irgendwo im Schatten, alles ist gut. Und trotzdem landet man oft bei Gesprächen über den *nächsten* Urlaub. Die *nächste* Aktivität. Die *nächste* Idee. Vielleicht ist das menschlich. Vielleicht ist es schade.

Ich mag die Nacht. Wenn draußen weniger passiert; weniger gearbeitet, weniger geredet wird. Ich glaube das gibt mir ein Gefühl von Ruhe. Vielleicht auch von Raum. Es ist einfacher nicht zu funktionieren, wenn man weiß, dass gerade niemand etwas von einem will.

Ich habe gelernt, oder vielleicht schon immer gespürt, dass man nicht ständig reden muss, um verbunden zu sein. Manche haben das nie verstehen gelernt oder waren - teilweise bestimmt zurecht - genervt davon; ich finde es aber manchmal schön einfach nebeneinander zu sein. Ohne Erwartungen. Ohne leere Worte. Nur weil gerade nichts gesagt wird, heißt das nicht, dass da nichts ist.

Und dann bleibt diese Frage, die daraus folgt, offen: Genügen wir eigentlich auch, wenn wir nichts leisten? Wenn wir nur da sind? Ich glaube, viele haben das nie gelernt; ich bestimmt auch viel zu spät. Aber es wäre schön, wenn wir es könnten. Nicht als Rückzug oder Trotz. Sondern als echtes, gutes Dasein.

Vielleicht ist das manchmal das Mutigste: nichts tun. Und trotzdem eben da sein.