Was im Kopf bleibt
Ich habe irgendwann gemerkt, dass das mit dem Weggeben nicht bei Dingen aufhört. Das Gerümpel hört nicht an der Wohnungstür auf. Es wächst weiter, in Gedanken, in Abläufen, in Automatismen. Und manchmal ist es dort sogar hartnäckiger. Man kann eine Schublade ausräumen. Aber wie räumt man ein schlechtes Gefühl weg? Eine alte Vorstellung von sich selbst? Oder den Wunsch sich endlich "leichter“ zu fühlen, ohne zu wissen, was genau gerade schwer ist? Ich habe irgendwann angefangen mir das mentale Entrümpeln wie eine Art innere Raumeinteilung vorzustellen. Drei Räume, nebeneinander.
- Was blockiert
Gedanken, die mich klein machen. Haltungen, die mir nicht guttun. Gespräche, die ich seit Jahren nur noch innerlich mit mir selbst führe. Ich schreibe sie manchmal auf, nicht weil das poetisch ist, sondern weil ich dann klarer sehe: Das hier soll nicht bleiben.
- Was ich (noch) nicht loslassen kann
Alte Muster. Zweifel. Dinge, die mir nicht guttun, aber irgendwie dazugehören. Ich will sie nicht festhalten, aber auch noch nicht gehen lassen. Also stelle ich sie dort ab, bewusst, nicht achtlos.
- Was mir wichtig ist.
Werte. Gedanken, die mir helfen. Erinnerungen, die nicht festhalten, sondern tragen. Ich schaue dort nicht ständig hinein. Aber ich weiß, dass dieser Raum da ist. Und dass er mir gehört.
Man muss nicht alles sofort lösen. Aber man kann anfangen es zu sortieren. Und dieses Sortieren ist manchmal schon genug. Ich halte meine kleinen Fortschritte schriftlich fest. Nicht als Beweis, sondern Erinnerung. Eher als Orientierung sozusagen. Weil es hilft hin und wieder zu sehen, dass sich was bewegt. Auch im Kopf. Gerade dort.