Was gehen darf

Reinkippen in Konzepte wie "Minimalismus" geht schneller als man denkt. Das klingt ein bisschen merkwürdig. Aber jene, die mich kennen, wissen auch, dass ich ein bisschen merkwürdig bin. Und das meine ich ernst und finde ich selbst zumindest vollkommen okay. Ich bin also "reingekippt". Die Wohnungen, in denen ich in meinem Leben gewohnt habe, die waren eigentlich nie wirklich zu klein, sondern einfach zu voll. Zu voll mit Dingen, die nicht (mehr) zu mir gehörten.

Irgendwann hab ich dann begonnen Dinge wegzugeben. Erst vorsichtig, zögernd, dann mit Konsequenz. Zuerst die offensichtlichen Sachen: kaputter Kugelschreiber, altes Ladekabel, keine Ahnung für welches Gerät das überhaupt war. Und dann wurde ich "mutiger". Bzw. schlicht und ergreifend ehrlicher zu mir selbst. Dinge, die man nicht benutzt, die braucht man nicht. So in der Art habe ich das für mich internalisiert. Ich hab aufgehört mich zu fragen: „Könnte ich das irgendwann noch brauchen?“, sondern stattdessen "Würde ich es vermissen, wenn es weg ist?“. Was, wenn jetzt jemand ums Eck biegen würde und mir das Ding stiehlt? Wär das schlimm? Das wurde mein innerer Filter. Bloß aus dem Gefühl heraus.

Minimalismus ist für mich jetzt nicht so unbedingt ein "Lifestyle". Auch wenn es - was ich gut finde - in den letzten Jahren und aktuell immer mehr en vogue wird. Gemeinsam mit der Second-Hand-Kultur; mittlerweile gibt es sogar eine Firma, die den Gebraucht-Brautkleid-Markt etablieren möchte.

Ich weiß für mich: Ich fühle mich wohler, wenn mich weniger umgibt. Weniger Sachen, Dinge. Weniger Lärm. Weniger Altlast.