Sex und andere Fluchten
Californication ist keine Serie, die sich erklären will. Sie zeigt was passiert, wenn jemand immer wieder gegen das eigene Leben rennt; nicht mit Absicht, sondern aus Gewohnheit. Aus Müdigkeit. Aus Angst vielleicht.




Hank Moody trinkt. Er schläft mit Menschen, obwohl er jemand anderen liebt. Und obwohl er weiß, was auf dem Spiel steht, stolpert er weiter. Nicht aus Coolness. Sondern weil er nicht weiß, wie man es besser macht; oder zu spät damit angefangen hat.
Diese Sendung ist schon seit sehr langer Zeit an mir hängen geblieben. Nicht wegen des Stils. Sondern eben wegen dieser einen Figur, die nicht loskommt von dem, was sie verloren hat.
Hank weiß, dass er Dinge zerstört. Dass er verletzt, ausweicht, verschiebt. Und trotzdem versucht er zurückzufinden. Immer wieder. Nicht als Held. Sondern als jemand, der einfach nicht aufhört zu fühlen.
Es gibt in der Serie keine echte Entwicklung. Oder wenn, dann nur in Schleifen. Und vielleicht ist das ehrlicher als viele andere Erzählungen. Weil es eben nicht immer weitergeht. Sondern manchmal nur weiterkreist.
Ich glaube, was mich daran so berührt, ist dieses Gefühl, dass Liebe nicht automatisch endet, nur weil man sie nicht leben kann. Dass etwas bleibt, auch wenn es keine Lösung gibt. Und dass Menschen einander manchmal zu nahe und gleichzeitig zu weit weg voneinander sind, um wirklich miteinander zu sein.
Hank ist kein Vorbild. Aber er ist nicht egal. Vielleicht, weil er sich nicht versteckt hinter dem was er falsch macht. Sondern weil er es weiß. Und trotzdem da bleibt. Irgendwie. Zwischen Karen, seiner Tochter, den Fehlern, dem Zynismus; und dieser einen Hoffnung, die sich einfach nicht ganz abschütteln lässt.