Platz und Leere lassen
Manche Menschen denken, ich hätte immer dasselbe an.
Und vielleicht stimmt das sogar, irgendwie. Meine Hosen sehen einander ähnlich. Meine T-Shirts sind einfärbig, schlicht. Ich besitze nicht viel Kleidung, aber das was ich habe, passt. Wenn etwas kaputt wird, vor allem Hosen, lasse ich sie reparieren. Meinen Kleiderschrank könnte ich im Halbschlaf einräumen, weil alles seinen Platz hat.
Diese Reduktion war keine schnelle Entscheidung. Sondern eine leise Entwicklung. Ein Weg weg vom "Was zieh ich an?“ hin zu "Ich muss darüber nicht mehr nachdenken". Nicht weil es egal wäre, sondern weil es geklärt ist.
Wenig Kleidung heißt nicht unbedingt wenig Stil. Es heißt: weniger Lärm beim Anziehen. Weniger Zögern. Mehr Klarheit, auch im Kopf.
So ähnlich ist es in meinem Wohnzimmer, zumindest versuche ich das. Da gibt es eine Ecke, die leer ist. Nur ein Sitzpolster liegt dort. Manchmal setze ich mich hin. Manchmal spielen die Kinder dort. Ich könnte sie vollräumen. Aber ich tue es nicht.
Die Leere ist kein Mangel. Sie ist eine Einladung. Zum Sitzen, zum Atmen, zum Sein. Und sie erinnert mich daran, dass nicht alles gefüllt sein muss.
Nicht der Raum. Nicht der Tag. Nicht ich.