Nackte Philosophie

Nackte Philosophie

Es ist erstaunlich, wie schnell Sexualität ins Absurde kippen kann, sobald man versucht, sie in Worte zu fassen. Der Grat ist schmal. Wer je versucht hat Erotisches zu schreiben, Konversationen in diese Richtung zu führen, weiß, wie leicht aus Intimität unfreiwillige Komik wird.

Vielleicht liegt genau darin der Reiz von "My Dad Wrote a Porno". Ein Sohn liest das Erotikbuch seines Vaters vor. Zwei FreundInnen kommentieren. Der Humor ist britisch trocken, präzise, nie plump. Es wird gelacht, ja; aber ohne den billigen Reflex, jemanden vorzuführen.

Lachen, das niemanden verletzt, ist selten. Oft geht es im Alltag - und nicht nur in der Unterhaltung - auf Kosten von jemandem. Auf Kosten anderer, oder die eigenen.

Und dann ist da noch die Absurdität selbst; ein Konzept, das Albert Camus, Kierkegaard oder auch Sartre beschrieben haben: der Widerspruch zwischen unserem Bedürfnis nach Sinn und der Gleichgültigkeit der Welt. Das Anerkennen dieses Widerspruchs kann Schutz sein. Als Kind, wenn Dinge passieren, die man nicht versteht. Als Erwachsener, wenn man versucht im Chaos Ordnung zu finden. Manchmal hilft nur der Gedanke, dass nichts davon wirklich "Sinn" ergeben *muss*.

Vielleicht ist das das eigentliche Geheimnis hinter der absurden Komik dieses Podcasts. Er zeigt, dass man über fast alles lachen kann, solange man den Spott nicht als Waffe, sondern als gesundes Ventil benutzt.