In der Ruhe liegt die Ordnung
Ich bin nicht gut im Nichtstun. Und was ist überhaupt wirklich "Nichts", gibt es das überhaupt? Wie auch immer... Ich finde Pausen oft unbequem. Nicht weil ich sie nicht will, sondern weil ich nicht genau weiß was ich mit ihnen machen soll. Und ja, ich weiß, das ist ein Widerspruch in sich.
Manchmal ertappe ich mich dabei wie ich eine Pause beginne, und dann sofort versuche sie zu strukturieren. Nicht laut, nicht offensichtlich. Nur innerlich, fast automatisch. Es ist schwer, nichts zu erwarten. Keinen direkten "Output" zu sehen. Auch von der Stille.
Ich habe irgendwann begonnen mir ganz bewusst Zeiten einzuplanen, in denen ich nichts tun muss. Kein Ziel, kein To-do. Keine produktive Absicht. Nur Raum. Für das, was gerade da - oder eben nicht da - ist.
Diese Ruhe ist keine Belohnung. Sie ist Bedingung. Notwendig.
Wenn ich mir diesen Raum nehme, dann merke ich nämlich oft, dass sich Dinge in mir sortieren, ohne dass ich sie sortieren wollte. Ein Gedanke rückt zurecht. Eine Angst wird leiser. Eine Idee taucht auf, ohne dass ich gesucht habe.
Und ich merke: Das ist Ordnung. Nicht sichtbar, nicht nach außen mess-, aber spürbar. Wie ein Schreibtisch, den man nicht aufräumt/immer wieder aufräumen muss, sondern einfach nicht mehr mit Dingen vollstellt.
Ruhe macht nichts. Aber sie lässt etwas entstehen.