Ideen sind oft leicht. Zu viele Ideen manchmal schwer.

Ideen sind oft leicht. Zu viele Ideen manchmal schwer.
Photo by Timothy Dachraoui / Unsplash

Es ist schön, wenn erstmal alles erlaubt ist. Gerade beim "Brainstorming" (und dabei ist es egal ob das alleine oder in der Gruppe geschieht): kein Filter, keine Begrenzung, einfach raus mit allem. Das macht Spaß, es fühlt sich frei an. Aber die eigentliche Arbeit beginnt danach. Wenn ausgemistet, gestrichen, weggelassen wird. Im Alleine-Kontext: wenn ich ehrlich bin mit mir selbst, was ich wirklich verfolgen will; und was vielleicht nur ein netter Gedanke bleibt.

Gerade bei privaten Vorhaben habe ich oft erlebt, dass zu viele Möglichkeiten lähmen. Dass aus dem Wunsch alles umzusetzen, am Ende gar nichts wird. Ich verliere mich im Überblick, verliere den Anfang. Und dann bleibt es bei einer Liste. Oder einem Screenshot. Oder einer Notiz, die langsam vergilbt, digital oder auf Papier.

Ich erinnere mich ans Bundesheer. Kein Ort kreativer Freiheit, aber: es gab keine Optionen. Man hat einfach gemacht, was verlangt wurde. Und so seltsam das klingt, das war auch eine Art Entlastung. Kein Abwägen, kein Entscheiden. Einfach tun. Einfach vorwärts.

Heute suche ich das manchmal freiwillig. Beim Sport. Beim Laufen. Wenn ich schwitze, wenn Musik im Ohr ist, wenn ich mich spüre. Dann beruhigt sich etwas in mir. Die Gedanken ordnen sich, ohne dass ich es merke. Ich komme raus aus dem Denken und rein ins Tun. Und danach: mit klarem Blick weitermachen. Vielleicht mit nur einer einzigen Idee. Einer, die Bestand hat.

Ich denke oft darüber nach, was ich alles machen *könnte*. Und manchmal ist das ein Geschenk. Aber manchmal ist es eine Last. Ich arbeite daran mir weniger vorzunehmen; nicht, weil ich weniger will, sondern weil ich mehr *tun* will. Nicht zehn Dinge gleichzeitig. Sondern eine Sache ganz. Und dann die nächste.

Kreativität braucht nicht immer mehr. Manchmal braucht sie weniger. Struktur. Grenzen. Und das Vertrauen, dass der Ausschluss von Möglichkeiten kein Verlust ist; sondern der einzige Weg, überhaupt voranzukommen.