Drei Stapel

Beim Trennen von Dingen hat sich bei mir mit der Zeit eine Art System ergeben. Keine feste Regel, eher eine Denkweise. Drei grobe Kategorien:

1. Kommt weg.

2. Könnte jemand anders noch brauchen.

3. Bleibt bei mir.

Die erste Kategorie klingt am leichtesten, war es aber oft nicht. Es ging nicht um offensichtlichen Müll – kaputte Dinge, die niemand mehr reparieren kann, habe ich nie ernsthaft überlegt zu behalten. Aber es gab viele Gegenstände, bei denen das Urteil nicht so klar war.

Zum Beispiel kleine Aufbewahrungsboxen, deren Verschluss nicht mehr richtig funktionierte. Oder altes Besteck, das zwar noch benutzbar war, aber nie im Einsatz. Oder leere Blöcke – geschenkt bekommen, nie beschrieben. Man wirft so etwas nicht leichtfertig weg, weil es auf irgendeiner Ebene noch „funktioniert“. Aber braucht man es?

Die zweite Kategorie: Dinge, bei denen ich dachte, dass jemand anderes sie noch brauchen könnte. Und oft stimmt das ja auch. Aber dann kommt die Frage: Wie? Willhaben? Für ein paar Euro? Der Aufwand, das Fotografieren, das Verhandeln über paar Euros – das steht oft in keinem Verhältnis.

Ich habe irgendwann damit begonnen, viele dieser Dinge direkt zur Caritas zu bringen. Carla nimmt vieles, und es ist einfacher. Es gibt eine gewisse Ruhe, wenn man weiß: Vielleicht wird es einfach weiterverwendet. Ohne Umweg, ohne Drama.

Und dann ist da die dritte Kategorie – die Dinge, die bleiben. Manchmal wusste ich das sofort. Nicht, weil sie nützlich sind. Sondern weil ich sie gern habe. Weil ich merke, dass sie mir etwas bedeuten, auch wenn ich sie bisher nie richtig wahrgenommen oder verwendet habe.

Ein alter Stift. Ein kleines Holztablett. Eine Schale, die mir jemand vor Jahren mitgebracht hat.

Was bleibt, hat manchmal einfach das Recht, da zu sein. Und manchmal den stillen Wunsch, endlich wirklich da sein zu dürfen. Das meine ich nicht esoterisch, aber der Klang danach lässt sich wohl nicht vermeiden.

Sich von Dingen zu trennen hat für mich viel mit Achtsamkeit zu tun. Achtsam hinschauen: Was ist das eigentlich? Wofür steht es? Und dann entscheiden, ohne Drama. Aber mit Respekt.