Die Zukunft planen dürfen

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Zeitplanung kein Widerspruch zu einem achtsamen, "echten"  Leben ist. Dass es nicht darum geht, den Moment zu verpassen, sondern ihn überhaupt erst proaktiv zu ermöglichen.

Planen heißt eigentlich ganz simpel: "in der Zukunft leben zu können". Nicht andauernd, nicht nur. Aber manchmal. Sich auf etwas freuen zu dürfen. Zu wissen: da ist etwas. Ein Treffen. Eine Pause. Ein Spaziergang. Etwas, das kommt.

Ich habe früher gedacht, Zeit planen sei irgendwie spießig. Oder zwanghaft. Aber es ist im Gegenteil ein Zeichen von Fürsorge; für sich selbst, für andere. Verantwortungsbereiche im Leben - Arbeit, Familie, Alltag - fühlen sich besser an, wenn sie nicht einfach passieren, sondern getragen werden.

Und auch "freie Zeit“ kann geplant sein. Vielleicht sogar muss sie das, damit sie nicht untergeht. Ich notiere mir mittlerweile bewusst, wenn ich Zeit für mich brauche. Oder nichts tun will. Das klingt komisch. Aber für mich ist es fast eine kleine Revolution.

In Beziehungen ist Zeitplanung noch einmal komplizierter - und wichtiger. Gerade wenn Kinder im Spiel sind. Gerade wenn beide viel tragen. Dann ist es nicht banal sich gemeinsame Zeit zu setzen. Sondern essentiell.

Ich habe gelernt, dass Zeit, die mir gehört, nicht "irgendwann“ auftaucht. Sondern dass ich sie einladen muss. Mit allem, was dazugehört: Vorbereitung, Priorität, manchmal auch Absage von anderem.

Und wenn das klappt, dann ist da dieser Moment: ich sitze und es ist nichts anderes zu tun. Weil ich dafür gesorgt habe.

Und vielleicht ist das schon genug: zu wissen, dass Zeit *kein* Zufall ist.