Die Dinge zwischen uns

Bezieht sich "Loslassen" nur auf Dinge? Auf Kleidung, Kabel, Kisten? Nein. Das Synonym "Trennung" macht es deutlicher. Es ist klar: manche Dinge können deshalb eigentlich auch (Teil von) Beziehungen sein. Oder Erinnerungen daran. Oder der Versuch zB Nähe aufzubewahren.

Ein Geschenk, das man nie benutzt hat, aber trotzdem aufbewahrt. Ein Gegenstand, der nicht an eine Person erinnert, sondern an das was hätte sein können. Ein Foto. Ein Buch. Ein Geruch.

Wenn ich heute versuche mich zu ordnen, also nicht nur meinen Besitz, sondern all das was mich umgibt, dann merke ich, wie viel davon mit anderen Menschen zu tun hat. Nicht weil ich sie "aussortieren“ will, sondern weil ich spüre, dass Dinge oft zwischen uns stehen. Nicht als Barriere, sondern als Zeichen. Als unausgesprochene Geschichte.

Ich habe irgendwann begonnen, manche Beziehungen wie einen Raum zu betrachten. Ist da Platz? Ist da Luft? Steht da zu viel herum?

Und ich frage mich auch: Was verbindet uns, versus was hält uns bloß fest? Ich bin kein großer Fan von klaren Schnitten. Ich glaube an Bewegung. Aber ich glaube auch, dass es gut tut, bewusst zu schauen: Was zieht Kraft? Was *gibt* Kraft?

Dankbarkeit hilft dabei. Nicht als Floskel. Sondern als Haltung. Manche Verbindungen lösen sich nicht auf, aber sie verändern sich, wenn man aufhört, an ihnen festzuhalten wie an einem Objekt.

Und manchmal hilft es auch den physischen Raum selbst zu betrachten. Ein Zimmer, in dem man sich nicht wohlfühlt, obwohl alles "schön“ ist. Ein Stuhl, der zu viel sagt. Ein Duft, der plötzlich stört.

Dann weiß ich: Da ist etwas zwischen uns. Vielleicht ein Ding. Vielleicht eine Erinnerung. Vielleicht beides.

Und manchmal darf das auch gehen.