Baker Street

Baker Street

Manchmal ist es angenehm, nur logisch zu sein. Zu wissen man kann sich auf Tatsachen berufen. Das Gegenteil von Irrationalität, von Erlebnissen, die sich nicht fassen lassen.

Schon als Kind habe ich Detektivgeschichten geliebt. Thomas Brezina zuerst; literarisch nicht der Hochwertigste, aber das war und ist vollkommen egal, es geht nicht immer um super-sophisticated "Literatur". Seine Geschichten waren spannend. Und ich vermute, dass er selbst im Leben viel zu kämpfen hatte. Später hab ich dann Sherlock Holmes entdeckt.

Wenn man mich fragen würde, wohin ich auswandern müsste (wenn ich müsste), dann wäre es London. Eine hektische, überaktive Stadt, aber mit einer Atmosphäre, die man sonst in Europa nicht findet.

Holmes selbst hat mich fasziniert, weil er so klar war. Er interessierte sich für nichts außer für das Rätsel. Kein Drama, keine Nebenhandlungen. Nur die Frage, wie man ein Problem löst. Vielleicht liegt darin eine Sicherheit.

Hörspiele machen das spürbar. Alte Geschichten, die manchmal schwerfällig wirken, bekommen plötzlich Leben. Figuren werden nahbar.

Und dann sein "Zuhause". Als Tourist habe ich das Museum in der Baker Street besucht. Natürlich kein echtes Wohnzimmer, sondern fingiert. Aber trotzdem: jedes Detail, jeder Gegenstand schien Bedeutung zu haben. Selbst im scheinbaren Chaos lag Klarheit. Ordnung nicht durch Sauberkeit, sondern durch Sinn.

Vielleicht ist das die eigentliche Faszination: die Reduktion auf das Wesentliche. Nicht alles im Leben lässt sich logisch erklären. Aber manchmal reicht es, wenn wenigstens ein Rätsel gelöst ist. Schritt für Schritt.